Vortrag: Linux Ubuntu, gehalten von Markus Hochhold, 7.8.2008

 

Linux gibt es grundsätzlich in Distributionen für den Desktop-Bereich und für den Server-Bereich. Desktop-Distributionen werden subsumiert in: für Office-Applikationen und für Multimedia-Anwendungen. Bei kostenpflichtigen Distributionen wie Suse, Novel und RedHat bezahlt man für das Handbuch und den Support. Gratis erhältlich sind u.a. OpenSuse, Mandriva, Gentoo, Debian und Ubuntu. Ubuntu ist derzeit die beliebteste Linux-Distribution hinsichtlich Bedienerfreundlichkeit. Die aktuellste CD-Version lautet 8.04.1 (8 steht für die Jahreszahl 2008, Monat 04, Patch-Sammlung 1). Aktuelle Ubuntu-CDs erscheinen halbjährlich, Updates im Internet laufend.

 

Ubuntu gibt es in der Linux-Version LTS für 18 Monate Long Time Support. Die benötigte Hardware ist mindestens 500 MHz, 256 MB mit 4 GB. Empfohlen werden 1 GHz, 512 MB, 10 GB, besser 2 GHz mit 1 GB. Treiberprobleme gibt es bei Creativ (Soundkarten, wird mit der Zeit besser), Canon (verweigert die Herstellung von Linux-Treiber) und NoName-Hardware (Treiber sind Glücksache). Gut für Linux geeignet sind Hardware von Epson, HP, Intel und Nvidia.

 

Zur Installation gibt es Derivate (Abwandlungen) von Ubuntu: kubuntu (andere Benutzer­oberfläche als Ubuntu), xubuntu (besser für langsame Rechner), edubuntu (für den Unterrichtsbereich, mit Lernsoftware, sicherer bei Schülerbenutzung), gobuntu (gratis, nicht offen), ubuntu studio (für Multimedia-Applikationen besser geeignet). Hinsichtlich Architektur steht Ubuntu zur Verfügung als: i386 (allgemeine Version), amd64 für 64 bit Prozessoren, powerpc für ältere Apple-Rechner (aktuelle Apple-Computer haben Intel-Prozessoren).

 

Ubuntu-Varianten sind Desktop (mit grafischer Oberfläche), DesktopAlternate (Text basiert) und Server. Empfohlen wird für den Desktop i386. Die Live-CD ist keine Installation, sondern startet Ubuntu von CD, schreibt v. sich aus nicht auf die HD, kann aber auf Befehl auf der HD lesen und schreiben. Die Live-CD ist nicht für neueste Notebooks geeignet und langsamer als eine, auf der HD, installierte Variante. Wubi wird ab Windows 2000 wie eine Applikation installiert und dann per Bootmenü gestartet. Diese Variante ist besser für Linux-Einsteiger geeignet und lässt sich per Systemsteuerung im Windows leicht deinstallieren. Die erhältliche CD enthält nur Ubuntu – die DVD mehrere verschiedene Distributionen. Eine Ubuntu-Vollinstallation ist nur für erfahrene Linux.

 

 

Applikationen: Ubuntu hat den Slogan "Eine Anwendung für eine Tätigkeit". Anstatt mehrere verschiedene Programme in der Standardinstallation zu installieren, gehen die Entwickler den Weg, nur eine Anwendung je Tätigkeit zu verwenden, zB Firefox zum Browsen, Evolution für die Email-Verwaltung, Gimp für die Grafikbearbeitung. Trotzdem hat der User die Möglichkeit, über die Synaptic-Paketveraltung verschiedenste Programme selber auszuwählen, downzuloaden und zu verwenden. Um Programme zu suchen, kann man in diesem Tool nach Namen, aber auch nach Beschreibungen suchen. Ein Paket ist eine Anwendung oder ein Anwendungspaket, also analog zum Windows ein Programm.

 

 

 

Administration unter Ubuntu: Auch unter Ubuntu soll man als Administrator keine Anwendungsarbeiten ausführen. Bei Linux heißt der Admin Root. Bei Ubuntu loggt man sich als Hauptbenutzer ein und erhält bei Bedarf vorübergehend Rechte als Root. Dies ist per Aufforderung oder mit dem Befehl Sudu und Passwort für bis zu 90 Sekunden möglich. Danach wechselt Ubuntu automatisch wieder in die Hauptbenutzerrechte. Die Netzwerkfähigkeiten mit Ubuntu umfassen LAN, WLAN, ADSL (schwierig einzurichten), Bluetooth (gleich schwierig wie bei Windows), Modem, UMTS, (sehr schwierig). Die Administration unter Ubuntu ist mit Nootbook-Features ausgestattet. Sitzung wählen heißt versch. Benutzeroberflächen wählen. Das Passwort-Feld verlangt zuerst die Eingabe des Benutzernamens und dann in das selbe Feld die Eingabe des Passwortes. Ein automatischer Login ohne Passwort ist möglich, aber aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert.

 

 

Die Menübedienung bei Ubuntu sind ähnlich den Menüpunkten von Windows aufgebaut:

Das Menü Anwendungen - Hinzufügen/Entfernen ermöglicht die einfachste Installationsart von Anwendungsprogramme unter Ubuntu (Aufgaben orientiert).

Menü Orte unter Ubuntu = Eigene Dateien unter Windows,

Computer = Arbeitsplatz,

CD/DVD-Ersteller = Brennprogramm,

Netzwerk = Zugriff auf das Netzwerk,

Verbindung zu Server = Internet,

System = Systemsteuerung,

Einstellungen = persönliche Benutzeroberflächeneinstellungen,

Systemverwaltung = Systemsteuerung (tiefere Betriebsystemeinstellungen, nur mit Root-Passwort),

Entsperren = als Root vorübergehend Änderungen durchführen,

Zugriff auf externe Geräte abstellbar (ist im professionellen Benutzerumfeld sicherer),

Datenträger aushängen = vor dem Rausnehmen des USB-Sticks (sicherer),

Synaptic-Paketverwaltung = Applikationen finden, downloaden, aktualisieren, installieren.

Systemüberwachung = Systemauslastung

Ubuntu verwendet die Benutzeroberfläche Gnome, kann aber auch Anwendungsprogramme für die Benutzeroberfläche KDE installieren.

Sicherheits-Patches lassen sich rechts oben per „orangen Stern“ einspielen.

Office Shortcuts sh. im OpenOffice - Menü Tools – Customize - Keyboard

 

FAQ:

Warum setzte sich Linux bisher nicht stärker durch? Weil Linux beim Kauf eines Computers nicht standardmäßig vorinstalliert ist, wegen fehlendem Mut der Anwender, Unwissenheit, wegen dem persönlichen Umlernens der Bedienung von Windows auf Linux (auch nicht aufwendiger als von Windows XP auf Windows Vista).

Vorteile von Linux: sicherer, Gratis-CD, stabiler. Benutzerbefehle haben auch bei voll ausgelastetem System weiterhin die höchste Priorität. Linux verwaltet den Arbeitsspeicher effektiver (lagert RAM seltener aus). Linux kann auf alle anderen Betriebssystempartitionen zugreifen, ist tw. schneller und hat zwei Desktops für je eine anders zusammengestellte Applikationsgruppe. Ubuntu belegt 2,4 GB statt Vista 15 GB ohne Updates.

Nachteile: tw. noch in Englisch, zweiter erweiterter Bildschirm schwierig.

Wo sind die Grenzen von Linux? Die tw. nicht verfügbaren Hardware Treiber wie auch stets beim aktuellsten Windows (dzt. Vista) und bei sehr alter Hardware. Es sind alle Applikationen erhältlich.

Wer kann/soll es verwenden? Jeder, Sicherheitsbewusste.

Wie ist die Kompatibilität von Dateien zu fremden Applikationen? Größtenteils gegeben (nicht für alle Windows-Schriftarten – dadurch erscheint die komplette Formatierung verschoben).

Wie steht es mit der Sicherheit? Linux ist robuster, benötigt keine Firewall, ist für keine Viren angreifbar und ist stabil.

Professionelle Applikationen (z.B. Photoshop) gibt es nicht für Linux aber gleich gute Alter­nativen.

 

Links dazu auch www.computerclub.at

Größtes deutschsprachiges Forum http://ubuntuuser.de

Treiberkompatible Hardware-Liste zu Ubuntu http://wiki.ubuntuusers.de/hardwaredatenbank

4 Stunden Anleitungsvideos zur Bedienung von Ubuntu

www.galilieo-press.de/presse/pressemeldungen/gp/pmlD-142

Ubuntu downloaden, auf CD oder DVD bestellen www.Ubuntu.com/getubuntu/download

 

Verfasst: Helmut KASPER